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Teuerungen hat es schon in den ältesten Zeiten der Völkergeschichte gegeben. Je weniger rege der Güteraustausch zwischen den Völkern war, um so empfindlicher musste sich eine solche Teuerung bemerkbar machen, da die Möglichkeit, dem Mangel eines Landes durch die Fülle eines anderen abzuhelfen, nur gering war.
Schon die Bibel spricht von den sieben fetten und den sieben mageren Jahren der Ägypter. Unter den sieben mageren Jahren sind Teuerungsjahre zu verstehen. Dem weit vorausschauenden Regenten Joseph, der die Getreidevorräte aufspeichern ließ, um sie in den Zeiten der Teuerung an die notleidende Bevölkerung Ägyptens zu verteilen, wird eine hervorragende Rolle bei der Bekämpfung dieser ältesten, durch die biblische Überlieferung beglaubigten Teuerung zugeschrieben.
Auch an anderen Stellen des Alten Testaments findet man den Hinweis auf Hungersnöte. So im 2. Buch der Könige, wo es von der Hungersnot in Samaria heißt: "Und es war eine große Teuerung zu Samaria.
Im alten Griechenland waren Hungersnöte oft die Folge von Kriegen, bei denen große Getreidevorräte vernichtet wurden, oder von Belagerungen.
Ein Scheffel Weizen kostete in Athen fünf Drachmen (griechische Münze des Altertums), während einer Belagerung durch den römischen Feldherrn L.C. Sulla ( 86 v. Chr. ) stieg der Weizen auf tausend Drachmen.
Bei den Römern, von denen die großen Landbesitzer sich den größten Löwenanteil an landwirtschaftlichen Erträgen sicherten, mussten Sklaven die Ländereien bebauen. Die Sklaven wurden oft schlecht behandelt und es kam zu mehreren Sklavenaufständen.
In Rom war das Brot zeitweise so teuer, dass die Tribunen, die sich die Gunst des Volkes sichern wollten, "Panem et Circenses"- Brot und Zirkusspiele auf ihre Fahnen schrieben. Der Volkstribun Tiberius Gracchus erkannte die sozialen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Landbevölkerung und des Proletariats. Er versuchte den Notstand der Bevölkerung dadurch abzuhelfen, dass er einem Gesetz zur Annahme verhalf, aufgrund dessen niemand mehr als 500 Morgen (Flächenmaß, ursprünglich: Teil eines Ackers, der an einem Vormittag umgepflügt werden kann) Ländereien besitzen sollte. Aller Privatbesitz über diese Grenze hinaus sollte an das Volk verteilt werden.
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