In Europa kann in Zeiten des regen Güteraustausches von Hungersnöten im Sinne früherer Jahrhunderte nicht mehr die Rede sein, wohl aber von Teuerungen wie sie im Verlauf des 19.Jh. das Wirtschaftsleben Deutschlands, Englands und Frankreich wiederholt beunruhigten. In Deutschland führte die Verbesserung der Lebenshaltung zu einer erhöhten Kauflust wobei die Preise für Lebensmittel in die Höhe getrieben wurde. In Deutschland hat die Tatsache, daß die Verbesserung der Finanzen nur durch die Besteuerung wichtiger Lebensmittel erzielt werden konnte, zur Verstärkung des Notstandes beigetragen.
Eine enorme Teuerung stellte sich in Frankreich bei der Belagerung von Paris im Jahre 1871 ein, wo Eier auf das 25fache, Butter auf das 15fache und Kartoffeln auf das 40fache ihres sonstigen Marktpreises stiegen. Abgesehen von solchen außergewöhnlichen Preissteigerungen ist das Wirtschaftsleben in Europa seit dem verhängnisvollen Jahr 1873, das eine große finanzielle Krise mit sich brachte, von starken Preissteigerungen verschont geblieben. Die Preise der Lebensmittel zeigten bis in die Mitte der neunziger Jahre ( 19.Jh ) eher eine sinkende Tendenz.
Seit 1896 stiegen die Preise der wichtigsten Lebensmittel gleichzeitig in Deutschland, Österreich, England, Frankreich und Amerika wieder stark an.

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